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Samstag, 21.05.2011:

Ali B. (20) soll auf zwei Männer gefeuert haben

Die Tat ereignete sich bereits im Mai 2010: Am Rückersweg wurde aus einer Mercedes M-Klasse heraus auf zwei Männer geschossen. Die Opfer Frank K. (29) und Omid A. (34) – beide gehören der Rotlicht-Szene an – blieben unverletzt


Weil die beiden Männer sich aber (wie im Milieu üblich) nicht bei der Polizei meldeten, dauerten die Ermittlungen mehrere Monate. Laut Landeskriminalamt handelt es sich bei dem Schützen um Ali B.

Ermittlungen brachten die Beamten auf die Spur des 20-Jährigen, im Februar folgte die Festnahme in seiner Wohnung in Stellingen.

Einer der anvisierten Männer war erst kurz zuvor erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war für einen bewaffneten Raubangriff auf ein Mitglied der Rockergruppe Hells Angels in einem Hamburger Bordell vom Februar 2007 zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Ob es sich bei dem versuchten Mordanschlag um einen Racheakt handelte, kann die Staatsanwaltschaft noch nicht sagen. Nach Polizeiangaben soll der Angeklagte zumindest Kontakt zu Mitgliedern der Hells Angels aus dem Hamburger Umland gehabt haben.

Bullig sitzt Ali B. nun auf der Anklagebank, den Kopf kahl geschoren, das schwarze T-Shirt spannt über dem breiten Kreuz. Neben dem versuchten Mord wirft ihm die Staatsanwaltschaft noch sechs weitere Straftaten vor: Vergewaltigung, Zuhälterei, Menschenhandel - das alles soll der 20-Jährige schon auf dem Kerbholz haben. Eine 18-Jährige soll er im Januar vergangenen Jahres erst eingeschüchtert und dann zur Prostitution gezwungen haben. Als sie ihrem Zuhälter einmal zu wenig Geld nach Hause brachte, soll es Schläge gegeben haben. Dann machte er sie laut Anklage mit Drogen im Getränk gefügig und vergewaltigte die junge Frau.

Aus Liebe soll auch eine 17-Jährige für den Angeklagten anschaffen gegangen sein. Bis zu 13 Stunden am Tag soll sie im Bordell Geld verdient haben - um es hinterher an ihren vermeintlichen Freund abzugeben, der sich davonein Auto kaufen wollte. Damit sie noch mehr Geld verdient, soll er sie sogar zum ungeschützten Verkehr mit den Freiern aufgefordert haben. Hinzu kommen Drogendelikte, unerlaubter Waffenbesitz - die Liste ist lang. Ein Gutachten soll nun klären, ob dem 20-Jährigen trotzdem nur eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht droht. Zum Prozessauftakt schwieg er noch zu den Tatvorwürfen. Ein Urteil wird nicht vor August erwartet.



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