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Sonntag, 18.09.2011:

Berlinerin (13) in Bordell verschleppt

Berlin/Gelsenkirchen –



Minderjährige in den Händen der Sex-Mafia. Gerade schockt der Fall einer 13-Jährigen, die in einem Gelsenkirchener Bordell anschaffen musste. Auch zwei Berlinerinnen werden von den sogenannten Loverboys zur Prostitution gezwungen. Nach KURIER-Informationen ist darunter ebenfalls eine 13-Jährige!


Wie sie heißt, wo sie gerade „arbeitet“ – geheim. Denn jede dieser Information macht das Mädchen erkennbar. Und was ihr Loverboy, der sie über das Internet kennenlernte, der ihr die große Liebe vorgaukelte, der sie von ihrer Familie loseiste und jetzt zum Sex zwingt, dann antut, ist ungewiss.

„Wahrscheinlich läuft es mit ihr, wie mit anderen Mädchen in ihrem Alter. Sie geht brav zur Schule, wird von dort abgeholt und dann in die Autos oder Wohnungen ihrer Freier geschleppt. Oft kommt es zu Massenvergewaltigungen“, so die ehemalige Polizeikommissarin Bärbel Kannemann von der Stiftung „StopLoverboys“. „Meist werden die Mädchen mit Sex-Bildern oder Videos erpresst, ihnen sogar angedroht, dass man ihren Geschwistern etwas antut. Klar, dass sie den Mund halten.“

Sich zur Wehr setzen, kann sich auch eine 20-jährige Berlinerin nicht. Marie (Name geändert) soll in der Schweiz in einem Puff anschaffen. „Ihren“ Loverboy lernte sie mit 17 in einem sozialen Netzwerk kennen. Kannemann: „Ein typischer Fall. Bei ihr haben die Täter gewartet, bis sie 18 Jahre alt war – zwei Tage später stand sie auf der Straße und wurde auch für andere Straftaten ausgenutzt.“ Denn: Ab diesem Alter durfte Marie Hotelzimmer buchen, Autos und Wohnungen mieten. Räume, in denen 11-, 12- und 13-Jährige Sex mit Freiern haben.

Rund 200 Anzeigen gegen Loverboys gibt es im Jahr. „Die Dunkelziffer“, so Kannemann, „liegt deutlich höher. Auch in Berlin.“ Viele Mädchen tauchen nie wieder auf. Wie Katrin K. und Bianca B., die vor über zehn Jahren verschwanden. Und: Von betroffenen Eltern hat die pensionierte Polizistin gehört, dass auch die Rocker-Gruppe Hells Angels mit Loverboys „zusammenarbeiten“ soll.



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