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Freitag, 06.08.2010:

Bonner Polizei zerschlägt Zuhälter-Ring

Bonn/Köln –  

Der Bonner Polizei ist ein Schlag gegen den organisierten Menschenhandel auf dem Straßenstrich gelungen: Ermittler nahmen am Wochenende neun Männer fest, die junge Frauen aus Bulgarien ausgebeutet und zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Am Wochenende durchsuchten mehr als 50 Beamte mehrere Häuser und Wohnungen im Rheinland. Sie beschlagnahmten ein Auto und stellten mehrere Tausend Euro Bargeld sicher. Die neun Tatverdächtigen im Alter von 15 bis 39 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie sind inzwischen Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des Menschenhandels oder der Zuhälterei erlassen worden. Den Frauen wurden seitens der Polizei Hilfsangebote gemacht. Einige von ihnen sind bereits wieder nach Bulgarien zurückgekehrt.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, hatte seit dem Frühjahr eine Ermittlungsgruppe mit sieben Kriminalbeamten im Milieu recherchiert. Sie überwachten mehrere Objekte und Täter, auch mit verdeckten Methoden.

Dabei stellte sich heraus, dass die Tatverdächtigen etwa 10 bis 15 Frauen im Alter zwischen 17 und 22 Jahren kontrollierten. Sie alle waren aus ländlichen Gegenden Bulgariens mit Heiratsversprechen oder besseren Verdienstaussichten nach Deutschland gelockt worden.

Stattdessen mussten sie sich täglich zwischen 12 und 15 Stunden in Köln oder Bonn prostituieren. Ihre mutmaßlichen Zuhälter fuhren sie zum Strich und holten sie dort wieder ab. Das Geld, im Durchschnitt 250 Euro am Tag pro Frau, wurde ihnen nahezu vollständig abgenommen – die Tatverdächtigen schafften die Kohle ins Ausland oder sie kauften Autos davon. Nach der Arbeit auf dem Strich brachten die Männer die Frauen in billige Absteigen, wo sie zu mehreren in kleinen Zimmern schliefen. Am nächsten Tag ging es wieder auf den Strich.

Erfüllte eine Frau ihr Soll nicht, gab es Schläge und Demütigungen. Aussteigerinnen, denen die Flucht nach Bulgarien gelang, wurden wieder eingefangen und gegen ihren Willen nach Deutschland zurückgebracht.



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