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Dienstag, 05.04.2011:
Bordell mit gestohlenen Nobel-Alkoholika versorgt
München - Ein Getränkehändler soll Diebe beauftragt haben, flaschenweise Spirituosen zu stehlen. Mit den geklauten Alkoholika im Gesamtwert von 100.000 Euro versorgte er dann ein Bordell. Jetzt steht die Champagner-Bande vor Gericht.
Champagner, Whiskey, Schnaps: Flaschenweise sollen die Mitglieder einer Bande Spirituosen aus den Supermärkten in und um München gestohlen haben. Alkoholika im Wert von rund 100.000 Euro haben die Männer nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft illegal für einen Getränkehändler besorgt. Dieser wiederum belieferte damit ein Bordell, eine Diskothek und eine Gaststätte in München. Seit Montag haben sich vor dem Landgericht neun Angeklagte wegen schweren Bandendiebstahls beziehungsweise wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu verantworten.
Hauptakteur der Bande soll der 42 Jahre alte Getränkelieferant Johann M. gewesen sein. Er soll sich im April vergangenen Jahres an eine Gruppe Rumänen – Männer im Alter zwischen 21 und 41 Jahren – gewandt haben. Er brauche hochwertige Spirituosen zu günstigen Preisen, soll er gesagt haben. Er werde Wohnungen zur Verfügung stellen, in denen die Rumänen in München übernachten können, wenn sie für ihre Diebestouren anreisen. In den Unterkünften sollten die Männer auch die gestohlenen Alkoholika zwischenlagern.
Ab dem 3. Mai – so die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft – machten sich die Bandenmitglieder ans Werk. Mal entwendeten die Männer eine Flasche teuren Wein, mal trugen sie mehr als 20 Flaschen Wodka, 40 Flaschen Whiskey und 50 Flaschen Champagner aus den Läden. Bis Juli lief alles glatt. Dann flogen zwei der Männer während einem der Diebeszüge auf. Schnell kamen die Ermittler auf die Hintermänner, die sich seither in Untersuchungshaft befinden.
Auch Getränkehändler Johann M. sitzt seit dem 13. Juli vergangenen Jahres in Haft. Er soll gute Umsätze eingefahren haben mit den geklauten Spirituosen. Vornehmlich verkaufte er die heiße Ware an eine Gaststätte in der Lindwurmstraße, eine Diskothek an der Münchner Freiheit und an ein Bordell.
Dessen Betreiber soll nicht nur Hehler-Ware gekauft haben. Er soll auch einer der Drahtzieher bei der so genannten Tacho-Mafia sein. Die hatte die Polizei Mitte März hochgehen lassen. Wie berichtet, sollen die Trickser, größtenteils Kfz-Händler, die Tachostände bei Autos manipuliert haben, um für Gebrauchtwagen bessere Preise herauszuschlagen.
Der Prozess gegen die Champagner-Bande geht am Mittwoch weiter.
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