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Mittwoch, 08.02.2012:
Bordellbetreiberin soll zu Überfall angestiftet haben
Wallenhorst/Osnabrück. Vor dem Landgericht Osnabrück muss sich derzeit eine 50-jährige Frau aus Wallenhorst verantworten. Die Frau, die in Osnabrück ein Bordell betreibt, soll in 60 Fällen Kokain an einen Bekannten abgegeben und ihn angestiftet haben, mit einer Pistole eine Toto-Lotto-Annahmestelle zu überfallen.
Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten hatte das Amtsgericht die Frau im vergangenen August verurteilt – wegen Anstiftung zur schweren räuberischen Erpressung und unerlaubten gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in 60 Fällen.
Doch die 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Sie habe den Bekannten lediglich für einige Wochen kostenlos in einem Zimmer über dem Bordellbetrieb in Osnabrück wohnen lassen. „Ich habe ihm keine Drogen gegeben und nie mit ihm über Drogen gesprochen“, betonte sie. Vielmehr habe sie ihm den Rat gegeben, nichts zu tun, was falsch sei, denn „ich liebe dich so wie mein eigenes Kind“.
Bei der polizeilichen Aussage und vor dem Amtsgericht hatte der Bekannte die Bordellbetreiberin allerdings belastet. Zwischen 50 und 60 Euro habe er ihr pro Gramm Kokain geben müssen.
Am 23. Januar 2010 soll der Mann wieder bei der Angeklagten um Kokain gebeten haben, offenbar aber ohne bezahlen zu können. Daraufhin soll die heute 50-jährige ihm vorgeschlagen haben, ein Toto-Lotto-Geschäft in der Natruper Straße in Osnabrück zu überfallen.
Dort gebe es keine Überwachungskamera, und der Besitzer habe auch schon morgens größere Mengen Bargeld in der Kasse. Auch eine Pistole sowie ein Fahrrad soll sie dem Mann für den Überfall zur Verfügung gestellt haben. Der Mann überfiel tatsächlich den Laden und erbeutete 220 Euro sowie zwei Stangen Zigaretten. Für das Geld soll er anschließend von der Angeklagten Kokain bekommen haben. Sie verstehe nicht, wie der Mann dazu komme, so etwas zu behaupten, sagte die 50-Jährige vor Gericht.
Der Mann wurde für den Überfall und für zahlreiche Einbruchsdiebstähle, mit denen er seinen Drogenkonsum finanzierte, Ende August 2010 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt und sitzt zurzeit in Haft. Das Gericht will den Mann am 14. Februar als Zeugen hören.
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