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Freitag, 11.03.2011:

Bordellprozess: Polizistin belastet mutmaßlichen Erpresser

Bremer Hells Angels erpresst Bordell Betreiber und zwingen ihn zur Abgabe des Bordells. Die versprochene Ablösesumme von 15000 Euro wurden nicht ausgezahlt.


Im Prozess um die mutmaßliche Erpressung, die derzeit vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt wird (dk berichtete), hat jetzt eine Polizistin als Zeugin ausgesagt. Nach ihren Angaben soll der Angeklagte, der der Bremer Sektion des Rockerclubs „Hells Angels“ angehören soll, bereits seit geraumer Zeit Betreiber eines Bordells in einem Delmenhorster Gewerbegebiet sein. Aus diesem Rotlicht-Betrieb sollen Prostituierte Anfang Februar 2009 in ein Bremer Bordell umgesiedelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, sich die Verfügungsgewalt über das in Walle stehende Haus durch Erpressung erworben zu haben.

In Gesprächen in seinem Delmenhorster Etablissement soll der Angeklagte einem Bremer Konkurrenten unmissverständlich deutlich gemacht haben, dass es besser für ihn sei, die Schlüssel zu dem Objekt in Walle rasch herauszugeben. Tatsächlich, so die Bremer Beamtin weiter, sei im Zuge von Ermittlungen über die Stadtwerke Bremen herausgekommen, dass aus dem Umfeld des Angeklagten seit März 2009 Gas- und Wasserrechnungen für das Bremer Bordell bezahlt worden seien. Zwar seien die Zahlungen über einen Phantasienamen erfolgt, doch die genutzte Telefonnummer habe dem Angeklagten beziehungsweise dessen Ehefrau zugeordnet werden können.

Nach Überzeugung der Bremer Polizistin habe der Angeklagte das Bremer Bordell nicht für sich allein erwerben wollen. Vielmehr sei in die Machenschaften ein weiteres „Hells Angel“-Mitglied verwickelt gewesen. Dieses sei in der Club-Hierarchie über dem Angeklagten angesiedelt gewesen. Details über weitere Erkenntnisse wollte die Beamtin nicht preisgeben. Da die Hinweise auf eine strafbare Beteiligung dieses zweiten Rockers an der angeblichen Erpressung eher dürftig sind, sitzt er nicht mit auf der Anklagebank.

Am selben Verhandlungstag hatte die Ehefrau des angeblich erpressten Bremer Geschäftsmannes berichtet, welche „Todesangst“ sie und ihr Mann ausgestanden hätten, nachdem der Angeklagte angekündigt hatte, den Betrieb in Walle für 15.000 Euro übernehmen zu wollen. Unter anderem sei dabei von Zusammenschlagen und Brandstiftung die Rede gewesen. „Wir wollten den Laden nicht abgeben, und schon gar nicht für 15.000 Euro“, betonte die Zeugin mehrfach vor Gericht. Schließlich sei von ihrem Mann ein deutlich höherer Betrag in das Objekt investiert worden. Aber selbst die versprochenen 15.000 Euro seien nach Übergabe der Schlüssel nicht geflossen.

Über die Angst und das damit verbundene Schweigen mehrerer Prostituierte hatte auch die Polizeibeamtin berichtet. Der Prozess wird am 15. März fortgesetzt.

http://www.dk-online.de/Nachrichten/Lokal/Delmenhorst/939493-25/story.csp



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