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Freitag, 25.11.2011:
Bulgarische Bande zwang junge Frauen in Wien zur Prostitution
WIEN. Kriminalisten aus Österreich gelang in Zusammenarbeit mit bulgarischen Kollegen ein Schlag gegen bulgarische Menschenhändler. Die Verdächtigen haben Dutzende Frauen nach Wien gebracht und zur Prostitution gezwungen.
Die Menschenhändler gingen mit dem „Loverboy“-Trick vor: Sie sprachen in Montana, der ärmsten Region Bulgariens, junge Frauen an und gaben sich als Liebhaber aus. Kaum waren Beziehungen geknüpft, lockten sie ihre „Freundinnen“ nach Österreich. „Für eine gemeinsame Zukunft“ sollten sie als Sexarbeiterinnen tätig sein. „Teilweise hatten sie mehrere Beziehungen gleichzeitig, wo die eine Frau von den anderen nichts wusste“, sagte gestern Gerald Tazgern, Leiter der Zentralstelle Menschenhandel im Bundeskriminalamt.
Unter den sieben Inhaftierten befinden sich auch drei Frauen. Sie mussten die Opfer zwar nicht anwerben, kassierten aber genauso ab wie ihre männlichen Komplizen und passten auf, dass die Prostituierten tatsächlich arbeiteten – oft rund um die Uhr. Bei Bestrafungsaktionen gingen die weiblichen Täter laut Bundeskriminalamt teils brutaler vor als die Männer.
Auch drei Männer wurden von der Bande nach Österreich geschleppt. Diese mussten in Wien als Bettler Geld einbringen. So wie die Frauen mussten sie ihren gesamten Lohn abgeben. Sechs Personen wurden in Österreich, ein Verdächtiger in Bulgarien festgenommen.
Die Verdächtigen im Alter von 19 bis 43 Jahren besitzen in ihrer Heimat Bulgarien Immobilien und Geldbeträge fragwürdiger Herkunft. Das Vermögen soll nun beschlagnahmt werden, um die Opfer zu entschädigen. Insgesamt waren 87 Bulgaren involviert: 22 Beschuldigte, 31 Opfer und 34 Kontaktpersonen. In Bulgarien kam es im Zuge der Amtshandlungen zu 15 Hausdurchsuchungen.
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