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Samstag, 19.02.2011:
Ein Teenager im Rotlichtmilieu
Iserlohn. Ein 16-jähriges Mädchen aus Bulgarien ging in einem Etablissement im Bereich des Rathauses anschaffen. Sie flog bei einer Kontrolle im Rotlichtmilieu auf und wurde vorübergehend in die Jugendschutzstelle gebracht.
Der Teenager war über eine Tante in Dortmund nach Iserlohn vermittelt worden, während sich die leibliche Mutter in der Schweiz aufhielt. Das berichteten die Kontrolleure der städtischen Abteilung Wirtschaftsdelikte am Freitag bei einer Pressekonferenz. Als die Mutter ihr Kind beim Jugendamt abholte, wäre das Mädchen lieber in der Iserlohner Jugendschutzstelle geblieben, hieß es weiter.
Zur Überwachung der Prostitution führte das sechsköpfige Team zumeist in den Abend- und Nachtstunden 18 Kontrollen der sechs bordellähnlichen Betriebe durch. Sie nahmen außerdem vier Damen, die der Wohnungsprostitution nachgehen, unter die Lupe sowie acht Frauen, die im Begleitservice oder ähnlichen Rotlichtmilieu-Bereichen arbeiten. Die städtischen Ermittler überprüften 75 Frauen. Elf selbstständige Prostituierte aus Bulgarien waren nicht im Besitz einer Gewerbeanmeldung. Die gegen sie ergangenen Bußgeldbescheide in Höhe von 1550 Euro sind mittlerweile bezahlt.
Im vergangenen Jahr gingen bei der Abteilung Wirtschaftsdelikte 183 neue Anzeigen und Hinweise auf Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch ein. Aktuell sind noch 114 Ermittlungsverfahren anhängig. Die Ermittler durchsuchten 28 Wohnungen und Geschäftsräume und stellten dabei diverse Unterlagen sicher, darunter mehrere Kartons mit Aktenordnern.
Am meisten Schwarzarbeit gab es unter Dachdeckern, wo 12 schwarze Schafe ermittelt wurden (24,5 Prozent), gefolgt von acht Maurern und Betonbauern (16,3 Prozent), die mit Malern und Lackierern die gleiche Position einnehmen. Sechs Stuckateure, vier Klempner, je drei Metallbauer und Elektrotechniker, je zwei Friseure und Zimmerer sowie ein Gerüstbauer wurden ebenfalls als Schwarzarbeiter überführt.
Es ergingen neun Strafanzeigen wegen Leistungsmissbrauchs: Die schwarzen Schafe hatten neben der Schwarzarbeit zu unrecht insgesamt 130 000 Euro von der ARGE oder dem Bereich Soziales bezogen.
Es erfolgte eine Anzeige wegen illegaler Ausländerbeschäftigung. Bei einer Baustellenkontrolle wurde ein zunächst flüchtiger serbischer Staatsangehöriger vorläufig festgenommen, der weder eine Arbeitserlaubnis noch eine Aufenthaltsgenehmigung hatte. Er wurde ausgewiesen.
Die Zahl der Bußgeldverfahren ist gegenüber dem Vorjahr von 31 auf 49 gestiegen. Die Höhe der Bußgelder betrug rund 220 000 Euro. Bis zum Jahresende gingen 164 000 bei der Stadtkasse ein.
Insgesamt 10 000 Euro wurden bei Zwangsvollstreckungsmaßnahmen vereinnahmt. Aus acht Fällen stehen noch rund 40 000 Euro aus.
„Bei einem Ermittlungsvolumen von rund 350 000 Euro waren die hiesigen Ermittler auch im zurückliegenden Jahr erneut gemeinschaftsdienlich und darüber hinaus auch ökonomisch eingesetzt“, lautet das Fazit des Berichtes der städtischen Abteilung Wirtschaftsdelikte.
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