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Donnerstag, 14.04.2011:

Mann stach 38 Mal auf Prostituierte ein: 15 Jahre Haft

Ein 21-Jähriger musste sich am Dienstag in Wien für die Bluttat vor Gericht verantworten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Wien – Eigentlich hat Stefan K. immer als „Romantiker und Softie“ gegolten. Am 21. August 2010 zeigte er aber eine andere Seite. Als ihn am 21. August eine Prosituierte, in die er sich verliebt hatte, für seine Gefühle verhöhnte, zog er ein Messer, stach 38 Mal auf die Frau ein und schnitt ihr danach in den Hals. „Sie hat mich ausgelacht, sich lustig gemacht über mich“, sagte der 21-Jährige bei seinem Mordprozess (Vorsitz des Schwursenats: Andreas Hautz) am Dienstag am Straflandesgericht. Der Angeklagte zeigte sich geständig. Er bestritt aber, die Tat geplant zu haben.

Am Nachmittag fällten die Geschworenen ihr Urteil: 15 Jahre Haft. Die Verteidigung legte Nichtigkeitsbeschwerde ein, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Kontakt im Internet

K. hatte nie großes Glück dabei, Frauen kennenzulernen. Im Gegenteil: Die Mädchen in seiner Umgebung machten sich oft lustig über ihn, indem sie ihm vorspielten, ihn zu mögen und dann bloßzustellen. Seine wenigen tatsächlichen Bekanntschaften hatte er aus dem Internet. „Ich wollte immer etwas Ernsthaftes, das hat sie abgeschreckt“, meinte der Angeklagte. Da er immer depressiver wurde, rieten ihm Freunde schließlich dazu, zu einer Prostituierten zu gehen.

Über das Internet nahm er Kontakt zu einem Escort-Service auf und buchte die 22-jährige Lucia R. Beim ersten Treffen im Mai 2010 im Hotel Orient sei es zwar zu Sex gekommen, „aber wir haben uns auch lange unterhalten“, sagte K. Sie erzählte von ihrem Leben als Prostituierte, er von seinen Schwierigkeiten, eine Frau zu finden. Bevor das Callgirl ging, gab sie ihm noch eine Internet-Adresse, unter der sie erreichbar war.

In den kommenden Monaten hatten die beiden beinahe täglich Kontakt. Die meiste Zeit telefonierten oder chatteten sie. Ab und zu half er ihr auch mit Geld aus oder erledigte Reparaturarbeiten in der Wohnung der 22-Jährigen. Sexuellen Kontakt hatte er keinen mehr mit ihr. „Sie hat mir immer gesagt, wie froh sie ist, dass sie mich hat“ sagte der Angeklagte.

„Ich wollte, dass sie mir zuhört“

Was genau am 21. August passiert ist, ist nicht klar. Fest steht, dass sich K. mit dem Callgirl ausgemacht hatte, „Sex gegen Geld“ zu haben. Zu dem Treffen in der Wohnung der Frau nahm er allerdings eine Badeshort und ein Hemd zum Wechseln sowie ein Klappmesser mit. „Ich fühlte mich bedroht“, sagte K. Die Prostituierte erzählte dem Angeklagten von Problemen mit ihrem Freund und dass sie sich von ihm trennen wolle. Daraufhin gestand der 21-Jährige seine Liebe und schlug vor, dass er doch nun den Platz des Freundes einnehmen könne.

R. reagierte allerdings anders, als es der Angeklagte erwartet hatte. „Sie fragte mich, was ich mir einbilde, dass sie jemanden Besseres als mich verdient und mit mir nur zusammen ist, weil ich ihr Geld gebe“, sagte K. Daraufhin zückte er ein Messer. „Ich wollte, dass sie mir zuhört“, meinte er. Insgesamt stach der Angeklagte 38 Mal auf die Prostituierte ein und schnitt ihr danach in den Hals. „Ich wollte nicht, dass sie leidet“, sagte der 21-Jährige. Er selbst verletzte sich bei den heftigen Attacken an der Hand.

Nach der Tat zog K. sich um und setzte Kleidungsstücke der Frau und Vorhänge in Brand. Dass er damit seine Spuren verwischen wollte, bestritt er. „Ich wollte, dass sie wer findet und ihr hilft“, meinte der Angeklagte. Zu Hause erklärte er, dass seine Verletzungen von einem Überfall stammten. Gemeinsam mit seinem Vater erstattete er bei der Polizei sogar Anzeige. „Ich habe mir selbst eingeredet, dass er wirklich so war“, sagte er. Die Polizei kam schließlich über die Auswertung der Handydaten auf die Spur des Mannes.



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