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Donnerstag, 28.10.2010:
Neuruppin: Bordell-Betreiber wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Neuruppin - Ein 43-jähriger Bordell-Betreiber ist heute vom Landgericht Neuruppin wegen Steuerhinterziehung in 15 Fällen verurteilt worden. Weil sich der Berliner geständig zeigte, erkannte das Gericht auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Mann verbüßt bereits eine Haftstrafe von vier Jahren wegen Drogenhandels und Körperverletzung.
Vor der dritten Großen Strafkammer bestätigte der Mann alle Anklagepunkte. Er hatte Einnahmen aus seinem Bordellbetrieb in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) vom Jahr 2000 bis 2004 nicht ordnungsgemäß an das Finanzamt abgeführt und etwa 370.000 Euro am Fiskus vorbei in die eigene Tasche gesteckt, so die Sprecherin. Durch das Geständnis sei eine „ausufernde” Beweisaufnahme verhindert worden, argumentierte des Gericht.
Der Mann gehört laut Staatsanwaltschaft ins weitere Umfeld der XY-Bande. Er habe das Freudenhaus, das der Bande gehörte, als Bordell-Betreiber geführt. Von Mitte der 1990er Jahre bis 2005 hat die kriminelle Vereinigung in und um Neuruppin organisierten Drogenhandel und illegales Glücksspiel betrieben. Zur XY-Bande sollen Politiker, Stadtbedienstete und Polizisten gehört haben. Der Prozess gegen Bandenmitglieder galt als größte Verfahren gegen Organisierte Kriminalität in Ostdeutschland.
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