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Montag, 24.10.2011:
Polizist ein Kunde minderjähriger Prostituierter?
Ein Zuhälter steht vor Gericht, doch Vorwürfe werden in der Verhandlung am Bayreuther Landgericht auch gegen einen Polizeibeamten laut. Eine heute 28-jährige Prostituierte behauptet, dass ein Bayreuther Polizist einer ihrer Freier war, als sie noch minderjährig war.
Zuhälter ist angeklagt
Eine heute 28-jährige Prostituierte behauptet, dass ein Bayreuther Polizist einer ihrer Freier war, als sie noch minderjährig war.
Fragen, die im Zuge einer Gerichtsverhandlung in Bayreuth gestellt werden. Bekannt geworden sind die Vorwürfe gegen den Polizeibeamten durch die Aussage eines heute 28-jährigen Opfers, das als Zeugin in einer Verhandlung am Landgericht auftrat. Angeklagt ist dort derzeit ein 64-jähriger Zuhälter wegen mehrfacher Vergewaltigung, Menschenhandels, schwerer Körperverletzung und Betrugs. Der Mann hat in den letzten Jahren unter anderem ein einschlägiges Lokal in Bayreuth betrieben. Laut Anklageschrift soll die junge Frau über ein Jahrzehnt lang für den Mann als Prostituierte gearbeitet haben.
Zu den Kunden der Prostituierten, so sagte die Frau als Zeugin unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus, soll auch ein Polizist gehört haben. Als Privatmann und Versicherungsvertreter soll dieser sich bei dem damals noch minderjährigen Mädchen ausgegeben haben. Die Sache sei aufgeflogen, als sie mit jenem Beamten wenig später dienstlich zu tun hatte, so die 28-Jährige. Bei der Personenkontrolle soll der Polizist auch erfahren haben, dass sie selbst noch minderjährig ist. Unternommen, so der Vorwurf des Opfers, habe der Mann allerdings nichts.
Medienberichte, wonach der Polizist seinerzeit bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Land im Einsatz war, wollte Horst Thiemt vom Oberfränkischen Präsidialbüro nicht bestätigen.
Keine Verjährung
"Wir habe selber erst von dem Vorfall aus der Presse erfahren und wissen nicht, um wen oder ob es sich überhaupt um einen Polizisten aus Bayern handelt." Selbstverständlich werde man die Sache überprüfen, so Horst Thiemt. Anders als das Strafrecht, nach dem die Tat längst verjährt sei, kenne das Disziplinarrecht nämlich keine Verjährung. Allerdings würden Polizeiunterlagen bereits nach zehn Jahren gelöscht.
Der angeklagte Zuhälter soll etwa seit Anfang der siebziger Jahre im Rotlichtmilieu in Bayreuth und anderswo tätig gewesen sein. Als Betreiber eines Reitstalles im Landkreis Bamberg soll der Mann seine Kontakte zu jungen Mädchen genutzt haben. Dort lernte er 1992 die damals Zehnjährige kennen, die später für ihn arbeitete. Bereits mit 14 Jahren soll sie seine Geliebte geworden sein.
In verschiedenen Bordellen
Der Angeklagte soll systematisch versucht haben, das Mädchen dem Elternhaus zu entfremden und der Prostitution zuzuführen. Ab 2000 soll diese unter anderem in Bordellen in Bremen und Mannheim gearbeitet haben, bevor sie nach Bayreuth kam. Die Einnahmen - laut Anklage knapp 1,5 Millionen Euro - sollen nahezu komplett in die Tasche des Angeklagten geflossen sein.
Vorwurf: mehrfach vergewaltigt
Die junge Frau soll dem Zuhälter total hörig gewesen sein. Erst im April 2011 schaffte sie den endgültigen Ausstieg. Bereits im April 2006 wollte sie sich von dem Angeklagten trennen. Daraufhin soll sie von dem Mann mehrfach misshandelt und vergewaltigt worden sein.
Der Angeklagte hat zum Prozessauftakt am Bayreuther Landgericht die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bestritten.
Infos und Bilder unter: http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Polizist-ein-Kunde-minderjaehriger-Prostituierter-;art312,214299
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