Wusste der Innviertler Geistliche, dass die von ihm engagierte und mittlerweile untergetauchte „Haushälterin“ offenbar Prostituierte ist?
„Grenzüberschreitender Prostitutionshandel“ und „schwerer Betrug“ lautet jedenfalls die Anklage in der Causa, in der ein Geistlicher laut Ermittlern Opfer eines Betrugs wurde: Via Inserat sei die Osteuropäerin vermittelt worden – der Vermittler, ebenfalls aus Osteuropa, sitzt derzeit in Ried in Untersuchungshaft. Er soll nächste Woche bei einem Prozess aussagen.
„Haushälterin“ ist weg
Die „Haushälterin“ habe dem Geistlichen 45.000 Euro herausgelockt. Ihre in Osteuropa lebende Mutter sei krank und bedürfe einer Operation, die in ihrer Heimat zu bezahlen sei.
Um das Geld aufzutreiben, müsse der Verkauf einer Eigentumswohnung vorfinanziert werden. Die Verdächtige sei mit dem Geld jedoch untergetaucht, der per Haftbefehl gesuchte Vermittler wurde mittlerweile ausgeforscht.
K.o.-Tropfen im Spiel?
Die Hintergründe zu diesem Fall werden nächste Woche am Landesgericht Ried ebenso beleuchtet wie die Vorwürfe eines Innviertler Ex-Unternehmers gegen eine Prostituierte, die ihn um Uhren und Schmuck im Wert von 40.000 Euro erleichtert haben soll.
Laut Ermittlungen sei die Prostituierte mehrmals für ganze Abende „gebucht“ gewesen. Eines Morgens fehlten offenbar die Wertgegenstände: Der Geprellte vermutet, dass ihm mit einem Getränk K.o.-Tropfen verabreicht wurden. Er sei jedenfalls bewusstlos geworden, erst am nächsten Tag erwacht und auf das Fehlen der Wertsachen aufmerksam geworden.
Die Anklage lautet auf Raub. Die Verdächtige hingegen, die in Untersuchungshaft sitzt, beteuert, nichts entwendet zu haben. Das Ergebnis einer Blutuntersuchung soll dem Gericht Aufschluss geben, ob K.o.-Tropfen im Spiel waren.