<< Zurück zur News-Übersicht
Donnerstag, 14.04.2011:
Prostituierte werden immer jünger
Ausländeranteil hat in den vergangenen zehn Jahren um etwa 40 Prozent zugenommen - Kontrolle durch Ermittlungsdienst
Stuttgart - Den Ermittlungsdienst Prostitution gibt es in Baden-Württemberg nur in Stuttgart. Er ist für die Überwachung der Prostituierten, des Rotlichtmilieus sowie die Einhaltung der Vorschriften im Zusammenhang mit dem Sperrbezirk zuständig. 3428 Prostituierte sind derzeit im Stadtgebiet polizeibekannt. Die Entwicklung der Prostitution habe sich verändert, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter Thomas Geiger.
Am deutlichsten sei dies an den Prostitutionszahlen zu zeigen. „Im Dezember 2001 waren 2786 Damen registriert, im September 2010 haben wir 3428 auf der Liste stehen“, sagt Geiger. Noch deutlicher sei die Zahl des Ausländeranteils. Waren es noch 39 Prozent vor zehn Jahren, zählt man nun 77 Prozent. Diese Daten erklärt Geiger so: „Das hat mit der Osterweiterung zu tun. 2004 kamen Polen und Ungarn zur EU, 2007 auch Bulgarien und Rumänien. So wurden auch die ausländischen Prostituierten mehr.“ Bei einem Teil dieser Frauen handelt es sich um ethnische Minderheiten (Roma), die in ihren Herkunftsländern gesellschaftlich ausgegrenzt sind oder in Armut leben. Nicht selten sind diese oft sehr jungen Frauen Analphabetinnen. Warum es den Ermittlungsdienst Prostitution im Land nur in Stuttgart gibt, habe historische Gründe, vermutet Geiger, der seit fünf Jahren in diesem Bereich als stellvertretender Leiter arbeitet: „Es ist eine exotische Dienststelle, die schon 1956 gegründet wurde.“ Ein Schichtdienst ist rund um die Uhr auf der Dienststelle, 16 Mitarbeiter sind beim Ermittlungsdienst Prostitution zuständig. „Wir kontrollieren die Prostituierten, das Rotlichtmilieu sowie die Einhaltung der Vorschriften im Zusammenhang mit dem Sperrbezirk“, so der Beamte. „Prostituierte, die im Sperrbezirk ihre Dienste anbieten, und zuvor über diesen Sachverhalt aufgeklärt wurden, erhalten einen Platzverweis und eine Anzeige.“ Gleiches gelte für die Freier, die im Sperrbezirk Kontakt zu den Prostituierten auf der Straße aufnehmen. 187 Unterkünfte - sogenannte Prostitutionsobjekte, wie Modellwohnungen - sind der Polizei bekannt. Sie werden in aller Regelmäßigkeit kontrolliert. „Darunter sind auch sogenannte Laufhäuser verzeichnet, wie das Drei-Farben-Haus mit 65 Wohnungen.“Ein Teil der Objekte befindet sich in der Altstadt, vor allem im Leonhardsviertel, wo sich der Straßenstrich konzentriert. Etwa 600 Frauen arbeiten als Straßenprostituierte. Wenn man Gaststätten und weitere Clubs dazuzähle, würden insgesamt 250 Objekte zusammenkommen, die der Ermittlungsdienst überwacht. Auffällig sei, so Geiger, dass die Prostituierten immer jünger werden. „Erst vor kurzem hatten wir einen Fall, mit einem jungen Mädchen, das gerade 18 Jahre alt geworden ist.“ Erschreckend sei es für ihn nicht mehr, dass die Frauen immer jünger werden. „Viel erschreckender ist es, wie abgebrüht und abgeschlagen die jungen Frauen durch ihre Tätigkeit sind.“Leonhardsstraße, Weberstraße, Brennerstraße - Brennpunkte, die der Polizei bekannt sind. Dort wohnen viele Prostituierte. „Die Frauen stehen da nicht an der Laterne und warten auf ihre Kunden, wie man es vielleicht aus dem Fernsehen kennt“, erzählt der Polizist. „Sie laufen durch das Gebiet. Wenn wir sie in einem Sperrbezirk kontrollieren, gehen sie entweder schnell weg oder sie sagen, dass sie sich nur einen Kaffee holen wollen.“ Kontrollen liefen unterschiedlich ab, sagt Geiger. Gehe man in eine Terminwohnung, werde man von einer Empfangsdame begrüßt, die man in den meisten Fällen schon kenne. Dann werden die Prostituierten gebeten, ihre Ausweise vorzulegen und wenn nichts Auffälliges zu finden sei, gehe man wieder. „Sollte eine Frau neu hinzugekommen sein, stellen wir uns vor und nehmen die Daten der Frau auf.“ Auf dem Straßenstrich seien die Kontrollen ähnlich. „Wir klären die Prostituierten über den Sperrbezirk auf, bevor wir eine Anzeige machen“, so Thomas Geiger.Oft komme man ins Gespräch, gebe auch Adressen mit Ansprechpartner, wie das Gesundheitsamt, weiter. „Die meisten Prostituierten haben in ihrem Heimatland schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Da ist es manchmal schwer, Vertrauen aufzubauen.“ Im Bereich der Körperverletzungen sei die Dunkelziffer sehr hoch, ebenso im Bereich der männlichen Prostitution. Die Polizei geht von etwa 200 bis 300 Männern aus, die sich 2010 prostituierten. Die bisherigen Schwerpunktorte, der Schlosspark nahe Staatsgalerie, und der Hauptbahnhof werden von den Strichern aufgrund der massiven Polizeipräsenz und den Demonstranten für oder gegen Stuttgart 21 nur noch unregelmäßig aufgesucht. Die Stricherszene sei zwischenzeitlich über die Stadt verstreut, sagt Thomas Geiger. Zu beobachten sei außerdem, dass Verabredungen zunehmend auf dem virtuellen Strich, in speziellen Internet-Plattformen, vereinbart werden.
Erst soll er ihr die große Liebe vorgespielt haben – dann hat er sie... [mehr]
Ein Streit im Wiener Rotlichtmilieu ist offenbar mit einer... [mehr]
Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt seit 2009 gegen einen... [mehr]
Athen – Ihre Gesichter sind gezeichnet, sie sehen krank aus. Seit... [mehr]
Münchner Nymphomanin, die vor wenigen Tagen einen Mann stundenlang... [mehr]
Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag vor einem Bordell im... [mehr]
Liebesdienerinnen in Reizwäsche statt Männer im Blaumann? Investoren... [mehr]
Düsseldorf – Schon wieder so eine kuriose Sexgeschichte!... [mehr]
Stuttgart. In den sogenannten Flatratebordellen der Pussy-Clubs sind... [mehr]
Zwei Beamte sind nur knapp einem Angriff der "Hells Angels" entkommen.... [mehr]