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Dienstag, 15.02.2011:
Prozess wegen Brandstiftung läuft auf Deal hinaus
Ein 36-jähriger Mann aus Reutlingen steht derzeit wegen besonders schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht. Er war als Wirtschafter in einem Neunkircher Bordell tätig. Sein Chef beauftragte ihn und zwei Mittäter, bei der Konkurrenz etwas Druck zu machen.
Saarbrücken/Neunkirchen. „Macht was! Gebt Gas!“, soll es geheißen haben. Morgens um vier Uhr sollen sie Brandflaschen an eine Wand eines Konkurrenzbetriebes geworfen haben. Verletzte gab es keine.
Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Am Gebäude entstanden an den Stellen, wo die Molotowcocktails aufprallten, Rußspuren. Der Prozess läuft auf einen Deal hinaus: Geständnis gegen Milde, mehr als drei Jahre sollen es nicht werden. Über seinen Verteidiger gestand der Angeklagte, dass er in der Nacht vom 14. auf den 15. November 2005 die Beteiligung an dem Brandanschlag beteiligt gewesen sei. Sein Chef habe ihn und zwei Mittäter dazu angestiftet. Alle drei sind bereits rechtskräftig verurteilt. Nur der Angeklagte wartet seit einen halben Jahr in der Saarbrücker Justizvollzugsanstalt auf sein Urteil.
„Wir saßen zusammen und wollten Druck machen und die Gäste vertreiben. Es war eine unverzeihliche Dummheit.“ Er habe mitgemacht, weil er nicht als Feigling dastehen wollte. An einer Tankstelle habe man einen Six-Pack Bier gekauft, die Flaschen ausgetrunken, mit Benzin gefüllt und mit einem Stück Stoff verschlossen. Am Gebäude der Konkurrenz habe man gewartet, bis niemand mehr da war. Dann flogen die Brandflaschen gegen die Hauswand. Im Gebäude befanden sich aber mindestens neun Personen, die Chefin und acht Frauen.
Der Prozess wird morgen fortgesetzt. Neben der Verurteilung wegen Brandstiftung droht auch eine Bestrafung wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.
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