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Freitag, 25.11.2011:
Pussy-Club-Chef legt schlankes Geständnis ab
Stuttgart - Der Prozess um die drei verbliebenen Pussy-Club-Manager neigt sich dem Ende zu. Der mutmaßliche Chef der Billig-Bordelle, die 2009 in ganz Deutschland mit ihrem Flatrate-Sex für Aufsehen gesorgt hatten, hat die Nase gestrichen voll. Alwin S. hat über seinen Anwalt Werner Haimayer vor der 10. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart ein Geständnis abgelegt. Sein Mandant gestehe den vorgeworfenen Menschenhandel und den Sozialversicherungsbetrug, so Haimayer.
Stuttgart - Der Prozess um die drei verbliebenen Pussy-Club-Manager neigt sich dem Ende zu. Der mutmaßliche Chef der Billig-Bordelle, die 2009 in ganz Deutschland mit ihrem Flatrate-Sex für Aufsehen gesorgt hatten, hat die Nase gestrichen voll. Alwin S. hat über seinen Anwalt Werner Haimayer vor der 10. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart ein Geständnis abgelegt. Sein Mandant gestehe den vorgeworfenen Menschenhandel und den Sozialversicherungsbetrug, so Haimayer.
Dieses im Juristenjargon sogenannte schlanke Geständnis ist sicher nicht von Reue und Einsicht getragen. "Das Ganze hier ist lächerlich, aber ich will das Verfahren endlich beenden", so Alwin S. Sein Verteidiger ergänzte: Der 35-jährige Rumäne übernehme die Gesamtverantwortung. Der Sozialversicherungsbetrug umfasse allerdings nicht 2,7 Millionen, sondern nur 1,7Millionen Euro, so der Anwalt. Nach dieser Einlassung trennten die Richter das Verfahren gegen Alwin S. ab. Gegen seine beiden mutmaßlichen Komplizen wird fortan gesondert verhandelt.
Dass der Pussy-Club-Chef langsam die Nerven verliert, hatte sich in den letzten Wochen angedeutet. "Er merkt langsam, dass es dieses Mal nicht gut für ihn ausgeht", heißt es am Rande des Prozesses. Alwin S. beschimpfte seine Anwälte und prügelte auf der Anklagebank auf seinen Kollegen Felix M. ein. In der Untersuchungshaft geriet er mit einem jungen Litauer aneinander, der wegen Seriendiebstahls von Navigationsgeräten sitzt. Justizbeamte berichten von einer wüsten Prügelei.
Ein Festpreis - unbegrenzt Sex
Kein Wunder: Der Prozess läuft seit März dieses Jahres. Von den ursprünglich neun Männern und einer Frau sind nur noch Alwin S. und zwei Mitangeklagte übrig. Das Verfahren gegen die Frau wurde eingestellt, die Männer bekamen Strafen bis zu knapp fünf Jahren aufgebrummt.
Ein 29-jähriger Angeklagter hatte sich besonders schlau angestellt. Der Rumäne war nach einem Jahr U-Haft auf freien Fuß gesetzt worden, da er nur eine untergeordnete Rolle im Pussy-Club-Geflecht spielte. Dem Mann fiel nichts Besseres ein, als sofort nach Rumänien zu fahren, um dort eine junge Frau massiv zu bedrohen, die als Zeugin im Prozess aussagen sollte. Inzwischen sitzt der Bursche wieder.
Der Pussy-Club in Fellbach und drei andere Flatrate-Puffs waren im Juli 2009 geschlossen worden. Die wenig appetitlichen Etablissements hatten einen besonderen Service angeboten: Für den Festpreis von 70 oder 100 Euro konnte der Kunde mit so vielen Frauen so oft wie er wollte Sex haben. Das Geschäft lief wie geschmiert.
Fast ausschließlich rumänische Frauen
Weitere Clubs gab es unter anderem in Heidelberg, Schifferstadt, Berlin, Wuppertal und Kaiserslautern. Dort sollen die Angeklagten fast ausschließlich rumänische Frauen eingesetzt haben. Etliche sollen unter menschenunwürdigen Bedingungen zum Anschaffen gezwungen worden sein: zum Teil 14 Stunden am Tag, bis zu 60 Freier, und das auch bei Krankheit oder wenn sie ihre Tage hatten. In letzterem Fall mussten die Frauen mit eingeführten Schwämmen arbeiten. Bei Hautausschlägen wurde das Licht entsprechend gedimmt. Die Frauen hatten nach eigener Aussage 1000 Euro pro Woche zu bringen. Schafften sie die Vorgabe nicht, wurden sie mit Schulden belegt, die sie abarbeiten mussten.
Mit dem Geständnis hat sich der 35-jährige Rumäne, der im März 2010 in Madrid festgenommen worden war, einen kleinen Strafrabatt verdient. Er soll mit siebeneinhalb bis acht Jahren Gefängnis bestraft werden. Ob die zwei Mitangeklagten jetzt auch die Kurve kriegen oder weiter schweigen, wird sich in Kürze weisen.
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