<< Zurück zur News-Übersicht
Dienstag, 06.09.2011:
"Pussy-Club"-Prozess Bordellchefin verurteilt
In Stuttgart ging der Prozess um Flatrate-Bordelle zu Ende. Doch gegen die Hintermänner wird noch ermittelt. Politiker fordern mehr Transparenz für das Gewerbe.
Stuttgart –
Sozialversicherungsbetrug ja, Menschenhandel nein: Im „Pussy-Club“-Prozess um die Zustände in vier so genannten Flatrate-Bordellen hat das Landgericht Stuttgart nach einer vorherigen Absprache am Freitag relativ milde Urteile gegen die sechs Angeklagten verkündet. Die mutmaßliche Chefin der „Pussy- Club“-Bordelle in Stuttgart-Fellbach, Berlin, Heidelberg und Wuppertal, Patricia F., erhielt als Hauptbeschuldigte wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 35 Fällen eine dreijährige Haftstrafe. Ein bereits in einem anderen Verfahren verurteilter Mitarbeiter von F. erhielt eine Gesamtstrafe von ebenfalls drei Jahren, ein weiterer Beschuldigter von zwei Jahren und neun Monaten.
Die anderen drei Angeklagten – darunter zwei Frauen und ein Mann – kamen mit Bewährungsstrafen und Geldauflagen davon. F. hatte in der Absprache von Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft die nun verurteilten Taten gestanden und dafür die drei Jahre als Höchststrafe zugestanden bekommen. Den schwereren Vorwurf des Menschenhandels ließ die Staatsanwaltschaft fallen.
Damit konnte der Prozess deutlich früher beendet werden als ursprünglich erwartet. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass Patricia F. nur die Strohfrau für eine Reihe von Hintermännern der Pussy-Club-Kette war.
Freier konnten in den vier Bordellen für pauschale Preise zwischen 70 und 100 Euro Sex, Essen und Getränke ohne Limit bekommen. Weil sie für die überwiegend aus Rumänien stammenden und teilweise noch nicht 21-jährigen Frauen keine Sozialversicherungsbeiträge zahlten, sollen F. und ihre Gehilfen insgesamt 2,3 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen hinterzogen haben. Nach einer bundesweiten Razzia mussten vor einem Jahr die Klubs in Heidelberg und Stuttgart wegen hygienischer Mängel schließen. Auch das Bordell in Wuppertal wurde geschlossen.
Der Vorsitzende Richter hielt den Angeklagten zugute, ohne Ausnahme vor Gericht Geständnisse abgelegt zu haben. Ihnen sei zudem keine Absicht zu unterstellen. Sie hätten nicht vorgehabt, sich persönlich zu bereichern. Er habe vielmehr den Eindruck, dass die Angeklagten immer noch unter dem Einfluss von Hintermännern stehen.
Wegen Menschenhandels ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart mittlerweile auch gegen 32 in Spanien, Deutschland und Rumänien festgenommene Männer, die als die Hintermänner der „Pussy-Club“-
Flatrate-Bordelle gelten.
Erst soll er ihr die große Liebe vorgespielt haben – dann hat er sie... [mehr]
Ein Streit im Wiener Rotlichtmilieu ist offenbar mit einer... [mehr]
Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt seit 2009 gegen einen... [mehr]
Athen – Ihre Gesichter sind gezeichnet, sie sehen krank aus. Seit... [mehr]
Münchner Nymphomanin, die vor wenigen Tagen einen Mann stundenlang... [mehr]
Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag vor einem Bordell im... [mehr]
Liebesdienerinnen in Reizwäsche statt Männer im Blaumann? Investoren... [mehr]
Düsseldorf – Schon wieder so eine kuriose Sexgeschichte!... [mehr]
Stuttgart. In den sogenannten Flatratebordellen der Pussy-Clubs sind... [mehr]
Zwei Beamte sind nur knapp einem Angriff der "Hells Angels" entkommen.... [mehr]