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Sonntag, 06.03.2011:
Spanien: Mit Prügel zur Prostitution gezwungen
Eine spanische Menschenhändlerbande holte illegale Immigrantinnen aus Afrika auf die Kanaren und Balearen und hielt sie gleichsam wie Sexsklaven. Vorher wurden sie geschwängert, um ihre Abschiebung zu verhindern.
Madrid. Prügel, Vergewaltigungen, Todesdrohungen, Erpressungen: Mit diesem kriminellen Instrumentarium werden tausende, vor allem afrikanische Einwanderinnen in Spanien zur Prostitution gezwungen. Wie die skrupellose Menschenmafia vorgeht, enthüllte jüngst ein Bericht der spanischen Kriminalpolizei: Den Beamten war es gelungen, eine Bande zu überführen, die illegale Immigrantinnen aus Nigeria auf den Urlaubsinseln Gran Canaria und Mallorca in Bordellen gnadenlos ausbeuteten. Die Frauen wurden gleichsam wie Sexsklavinnen gehalten.
Die Prostitutionsmafia sucht sich ihre Opfer oft schon in deren Heimatländern aus: Im konkreten Fall, der in Spanien derzeit für Aufsehen sorgt, wurden in Nigeria junge Frauen aus meist einfachen Verhältnissen mit dem falschen Versprechen angeworben, ihnen „ein neues Leben in Europa“ zu ermöglichen.
Das Ganze natürlich „beschützt“ von Helfern der Mafia, die angeblich den Interessentinnen auch Arbeit auf dem gelobten europäischen Kontinent suchen wollten – damit die Migrationswilligen Geld verdienen und so auch ihre Familien in der Heimat unterstützen könnten. Von Prostitution war natürlich zunächst überhaupt nicht die Rede.
Schwanger vom „Beschützer“
Für die Reise nach Europa hatte die Bande, die übrigens selbst fast ausschließlich aus Nigerianern bestand und daher entsprechend ortskundig war, zwei Routen ausgetüftelt: Entweder reisten die Frauen mit falschen Einreisepapieren per Flugzeug direkt nach Europa – oder es ging zuerst nach Marokko und von dort aus mit kleinen motorisierten Booten über das Mittelmeer nach Südspanien.
Was die Sache diesfalls besonders schlimm machte, war, dass die Nigerianerinnen spätestens in Marokko vor der illegalen und lebensgefährlichen Bootsreise von ihren afrikanischen „Beschützern“ immer wieder systematisch vergewaltigt wurden – und zwar solange, bis sie schwanger waren. Schwangere illegale Imigrantinnen dürfen nämlich laut Gesetz von den spanischen Behörden nicht abgeschoben werden.
Babys als Faustpfand
In Spanien angekommen, wurden die Frauen dann auf den Kanaren und den Balearischen Inseln auf den Strich geschickt. Den Schwangeren raubte man nach der Geburt die Babys, die als Faustpfand in der Hand der Mafia blieben und von Handlangerinnen der Bande aufgezogen wurden.
Die Frauen selbst mussten „täglich bis zur Erschöpfung ihren Körper verkaufen“, um ihre „Schulden“ bei den Menschenhändlern zu bezahlen, so die Ermittler. Die Frauen hätten in völliger Gefangenschaft gelebt.
Neben Afrikanerinnen werden traditionell auch viele Frauen aus Lateinamerika, besonders aus Brasilien, aber auch aus Rumänien und Moldawien mit Lügen über ein angeblich besseres Leben nach Spanien gelockt. Die meisten der geschätzten 300.000 Prostituierten, die sich in Bordellen oder auf dem Straßenstrich in Barcelona, Bilbao, Vigo, Madrid, Sevilla, Valencia und auf den Ferieninseln anbieten, sind Immigrantinnen.
Strafen für Freier
Immer mehr spanische Städte versuchen seit geraumer Zeit mit Verboten die sich vielerorts krakenhaft ausbreitende Straßenprostitution aus den Innenstädten und Wohnvierteln zu verdrängen.
In der südspanischen Stadt Sevilla etwa müssen die Kunden der Straßenprostituierten neuerdings sogar mit ziemlich saftigen Strafen rechnen: Bis zu 3000 Euro knöpft die Polizei künftig jenen „Freiern“ ab, die im öffentlichen Straßenraum erwischt werden.
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