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Montag, 09.05.2011:
Stecken die „Hells Angels“ hinter den Säure-Attacken?
Erstmals bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass es bei den Buttersäure-Angriffen in Rostock um Machtkämpfe im Rotlicht-Milieu gehen könnte. Auch die Chefin eines Massagesalons sagt, dass sie erpresst worden sei.
Bisher war es nur ein Gerücht, doch jetzt kommt von den Ermittlern die Bestätigung: Bei den ButtersäureAnschlägen auf Massagesalons in Rostock geht es höchstwahrscheinlich um Schutzgelderpressung – und um die Vormacht im Rotlichtmilieu der Hansestadt. Das räumte die Staatsanwaltschaft Rostock am Donnerstag erstmals offiziell ein. Nach Angaben von Behördensprecherin Maureen Wichmann haben die Fahnder insbesondere den Motorradclub „Hells Angels“ im Visier. Nach OZ-Informationen soll die Rockerbande seit Monaten versuchen, die Kontrolle über das Geschäft mit der käuflichen Liebe und der Erotik zu übernehmen. „Auch im Zusammenhang mit den Buttersäure-Attacken ermitteln wir gegen Mitglieder des Clubs“, so Wichmann.
Innerhalb von noch nicht einmal drei Monaten waren drei Anschläge mit der Säure in der Stadt verübt worden.
Hinter den Kulissen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Rostocker Kripo und auch das Landeskriminalamt (LKA) wollen sich zum aktuellen Stand aber nicht äußern. LKA-Sprecher Michael Schuldt räumt lediglich ein, dass die Attacken an Fälle aus der Vergangenheit erinnerten, die einen Rotlicht-Hintergrund hatten.Mehr will er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Staatsanwaltschaft hingegen wird deutlicher: „Gesicherte Erkenntnisse haben wir zwar noch nicht, aber wir ermitteln gegen Mitglieder der ,Hells Angels’ auch wegen Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution“, sagt Maureen Wichmann. Konkret gehe es um Zuhälterei und den Verdacht, dass Frauen zum Sex gegen Geld gezwungen worden seien.
Den „Hells Angels“ geht es offenbar darum, die Vorherrschaft im Rotlicht-Milieu zu übernehmen. In der Altstadt sollen die Rocker bereits ein eigenes Bordell betreiben. Das jedenfalls sagen Quellen im Rostocker Rathaus. Zudem habe es der Club auf „Modelwohnungen“ und Massagesalons abgesehen, in denen erotische Dienstleistungen angeboten würden.
Die Betreiberin eines Studios, das ebenfalls mit Buttersäure angegriffen wurde, bestätigt den Verdacht: „Ich bin bereits 2005 und 2006 aufgefordert worden, ein hohes Schutzgeld zu zahlen.“
http://www.ostsee-zeitung.de/rostock/index_artikel_komplett.phtml?SID=60ef5897e66813551729075928856c28¶m=news&id=3111954
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