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Dienstag, 20.09.2011:
Tirol / Rotlicht-Chefin erneut in Haft
Polizei-Ermittler zerschlugen am Dienstag in Innsbruck weiblichen Zuhälter-Ring.
Innsbruck – „Ich steig‘ aus!“ Mit diesen Worten kündigte die Chefin des östlichen Innsbrucker Straßenstrichs nach einer großangelegten Polizeirazzia und ihrer vorübergehenden Verhaftung den Ausstieg aus dem Rotlichtgeschäft an. Das war im Dezember 2006.
Offenbar ein leeres Versprechen – seit Dienstag sitzt die mittlerweile 40-Jährige wieder in Haft. Die mutmaßliche Zuhälterin wurde am Morgen im Rahmen einer Polizeirazzia festgenommen, bei der zwölf Beamte des Landeskriminalamtes auch drei Innsbrucker Wohnungen durchsuchten.
Die Innsbruckerin steht erneut im Verdacht, zusammen mit ihrer Mutter (64) und einer weiteren Komplizin (52) Teile des Straßenstrichs und der illegalen Wohnungsprostitution kontrolliert zu haben. Zuhälterei und Menschenhandel lauten die Vorwürfe. „Wir ermitteln seit Jahreswechsel“, sagt Christoph Hundertpfund, stv. Chef des Landeskriminalamtes.
Dass die in der Innsbrucker Halbwelt durchaus prominente 40-Jährige wieder im Geschäft ist, wussten auch Gerichtskiebitze. Bei Rotlichtprozessen gegen andere Szenegrößen fiel der Name der Frau zuletzt wieder öfter. So gaben Prostituierte Anfang August im Zeugenstand an, Wohnungen quasi als Liebeslauben von der Innsbruckerin gemietet zu haben.
Aussagen, die sich auch mit dem Ermittlungsstand der Polizei decken: „Wir wissen von sieben Wohnungen, die zu stark überhöhten Preisen von 500 bis 700 Euro pro Woche an Prostituierte vermietet wurden“, bestätigt Hundertpfund.
Aber auch am Straßenstrich soll das Trio so genannte Standgebühren von Prostituierten kassiert haben. „Die Preise lagen bei 200 Euro pro Woche“, sagt der stv. Chef des Landeskriminalamtes.
Und wer für seinen Aufenthalt am eigentlich frei zugänglichen Südring-Gehsteig nicht bezahlen wollte, „wurde angeblich genötigt“, so Hundertpfund weiter.
Wie die Ermittlungen der Kriminalisten außerdem ergaben, dürfte das Trio auch Prostituierte aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn nach Innsbruck gelotst haben. Allein zwischen Jänner und August sollen 25 Frauen auf diesem Weg in die Tiroler Landeshauptstadt gekommen sein.
Jetzt prüfen die Kriminalisten, ob die drei Frauen männliche Unterstützung bei ihren Geschäften hatten. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, erklärt Hundertpfund.
Nach der Razzia und den anschließenden Einvernahmen am Dienstag wurden die Mutter der Hauptverdächtigen und die mutmaßliche Komplizin (52) wieder auf freien Fuß gesetzt. Die 40-Jährige musste allerdings auf Antrag der Innsbrucker Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt übersiedeln. Ob sie wie im Dezember 2006 nach wenigen Stunden die Zelle verlassen kann, scheint diesmal fraglich
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