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Donnerstag, 10.06.2010:

Vergewaltigung akzeptierte Bestrafung in Thailand?

Weil Stewardessen und die Werbekunden Fluggesellschaften sich beschwerten, weibliches Personal würde als Sexobjekt in einer Serie dargestellt, hatte die Produktionsfirma die Kostüme und Scripte geändert. Aber als jetzt eine "böse" Frau für ihre Taten durch Massenvergewaltigung in der Serie "Dao Puan Din" bestraft wurde, scheint das von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, und die Produzenten ließen die Vergewaltigung von 12 Männern als "Happy End" der Geschichte drehen.
 
 Die Tatsache, dass Böse auch Böses verdienen ist tief in der Gesellschaft verwurzelt und hatte schon den Boden für Thaksins "Krieg den Drogen" geebnet. Deshalb wird die Todesstrafe nicht abgeschafft und deshalb kräht kein Hahn danach, wenn Beschuldigte mit einer "schlechten" Vergangenheit gefoltert oder ermordet werden. Und da dies durchaus im Sinne derjenigen ist, die definieren, was Gut und was Böse ist, ist es so schwer, der Gesellschaft zu vermitteln, dass der, der Gleiches mit Gleichem vergilt, die gleiche Schuld auf sich lädt.
 
 An diesem Wochenende entschied sich das Schicksal von Rinlada. Eine weibliche Figur in einer Serie, die eine Reihe von Schlechtigkeiten auf sich geladen hatte. Sie verführte erfolgreich den Verlobten Uamdao. Und dafür hatte sie eine schlimme Strafe verdient. Millionen von Thailändern warteten auf die Bestrafung. Und die Produktionsgesellschaft überzeugte die Gesellschaft, dass ein böses Mädchen, ein böses Ende verdienen würde. Sie lassen sie zum Schluss der Serie von 12 Männern vergewaltigen.
 
 Palakorn Somsuwan, der Produzent, verteidigte die Entscheidung damit, man dürfe die Originalgeschichte nicht verändern, aber die seltsamsten Argumente kamen von Araya A Hargett, die Schauspielerin, die diese Rolle spielt. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Die Soap endet wie sie es sollte. Ein böses Mädchen verdient böse Dinge."
 
 Thailands nachdenklichere Journalisten sind aufgebracht. "Wenn das so ist, dann kann etwas in unserer Gesellschaft nicht stimmen." Schreibt
JEERAWAT NA THALANG beispielhaft über die Aussage eines Kollegen.
 
 In der Sendung werden die Vergewaltiger noch nicht einmal als schlechte Jungs dargestellt, sondern man vermittelt den Zuschauern, dass es Männer sind, die eine gerechte Bestrafung exekutieren.
 
 Der empörte Aufschrei von Frauenrechtsbewegungen blieb ungehört. Sie meinten vollkommen berechtigt, dass diese Geschichte der Gesellschaft genau die falsche Nachricht vermittelt. Nämlich die, dass Vergewaltigung und sexueller Missbrauch ein legitimes Mittel der "Bestrafung" wäre.
 
 Und dies ist kein Einzelfall. In "Sawang Beang", einer sehr populären TV-Sendung, vergewaltigte der gut aussehende Hauptdarsteller Theeradej Wongpuapan, eine junge Frau. Am Ende heiratete er sie und alle waren glücklich.
 
 Wir treten immer für künstlerische Freiheit und gegen Zensur ein. Aber hier stellt sich die Frage, warum diese Geschichte erzählt wird. Und es stellt sich die Frage, wieso Alkoholflaschen von der Zensur unkenntlich gemacht werden, ebenso wie rauchende Darsteller, dem Jugendschutz zuliebe, dass aber eine Geschichte, die geschrieben wurde, um Einschaltquoten zu erzielen, und nicht um Diskussionen anzuregen, oder Kunst zu gestalten, erlaubt wird, obwohl diese im krassen Gegensatz zu Ethik, Religion, Kultur und Gesetzen steht. Oder sollte das vielleicht gar nicht der Fall sein?
 
 Diese Scheinheiligkeit der Gesellschaft ist ungeheuerlich. Da werden kurze Röcke und Brustwarzen, die sich unter Kleidern abzeichnen als obszön bezeichnet, Webmaster, die Pornobilder veröffentlichen werden verhaftet und landen im Gefängnis, aber wenn Filmproduzenten Gewalt gegen Frauen für ihren Profit ausschlachten, oder wenn offiziell verbotene Prostitution für jeden sichtbar fast öffentlich zelebriert wird, schauen die PuYai weg.



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