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Samstag, 16.10.2010:
Voodoo-Madame zwang Frau ins Bordell
Voodoo-Zuhälterin Paula N. (30): Die Nigerianerin schickte eine 20-jährige Landsmännin mit Hilfe eines bösen Zaubers ins Bordell.
Die deutsche Justiz nennt das Zuhälterei und Erpressung: Das Amtsgericht verdonnerte die „Madame“ zu zwei Jahren auf Bewährung.
Nigeria, Ursprungsland der Voodoo-Religion: Im Herbst 2008 ließ Paula N. die 20-jährige Jenny zu einem Schrein führen. Dort legte Jenny den sogenannten Juju-Schwur ab: Sie muss ihrer „Madame“ Paula 50.000 Euro abstottern, darf niemals weglaufen und die ganze Angelegenheit niemals bei der Polizei verraten. Sonst müsse Jenny sterben.
„Madame“ Paula behielt ein sogenanntes Voodoo-Pack, konnte damit Macht ausüben. Darin: Jennys Fingernägel, Haare, Fotos, Slip. Fortan schickte Paula die junge Afrikanerin in Clubs zum Anschaffen. Über 33.000 Euro zahlte Jenny ihrer „Madame“. Paula am Donnerstag als Angeklagte vor Gericht: „Ich habe ihr ein paar Arbeitsplätze gezeigt.“
Für Staatsanwalt Patrick Wilhelm ein Fall von ausbeuterischer Zuhälterei. Wilhelm: „Fast alle ihre Einnahmen gab Jenny ab.“ Richterin Vera von Schnakenburg entsprach Wilhelms Antrag, verurteilte die 30-Jährige zu zwei Jahren Knast auf Bewährung. Nach anfänglichem Sträuben hatte die Afrikanerin doch noch ein Geständnis abgelegt.
Immerhin kam sie am Donnerstag nach fast einem halben Jahr wieder in Freiheit. Nach einer Razzia im Eroscenter Immenburg war Paula im Mai festgenommen worden. Unklar, ob sie nach Nigeria abgeschoben wird. 2001 hatte sie einen Deutschen geheiratet.
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