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Donnerstag, 21.10.2010:

Zerstückelter Bordellbesitzer: Sohn des Mörders vor Gericht

Sie sollen einen Bordellbesitzer in der familieneigenen Fleischerei getötet und anschließend zerstückelt haben. Nachdem der Vater vor drei Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, muss sich dessen 28-jähriger Sohn seit Mittwoch vor dem Braunschweiger Landgericht wegen Mordes verantworten. Neben ihm sitzt ein 38-Jähriger auf der Anklagebank. Der frühere Türsteher eines Goslarer Bordells soll Vater und Sohn bei dem Mord geholfen haben.

Die Tat aus dem Jahr 2007 hatte viel Aufsehen erregt und wurde wegen der Verstümmelung des Toten schnell als Torso-Mord bezeichnet. Schon früh war auch der Sohn des beschuldigten Fleischermeisters ins Visier der Ermittler geraten. Die Indizien reichten aber nicht, um dem jungen Mann den Prozess zu machen. Das geschieht erst jetzt.

Zum Prozessauftakt schwieg der 28-Jährige zu den Tatvorwürfen. Seine Verteidigerin kündigte allerdings an, dass ihr Mandant zu einem späteren Zeitpunkt eine Aussage machen wolle. So schilderte der Angeklagte nur seinen Lebenslauf.

Er habe zwar der Familientradition folgend eine Fleischerlehre gemacht, berichtete er. Die Meisterprüfung habe er aber nicht bestanden, „weil ich wohl nicht den Kopf dafür hatte“. Stattdessen sei er geschäftlich ins Rotlicht-Milieu eingestiegen und habe schließlich mit finanzieller Unterstützung seines Vaters einen Sexclub in Goslar aufgemacht.

Kontakte in die Bordell-Szene hatte der Vater des Beschuldigten ohnehin. Dem späteren Opfer hatte der Schlachtermeister 300 000 Euro für einen Club in Hildesheim anvertraut. Dass die damit verbundene Hoffnung auf hohe Renditen platzte, gilt als Motiv für den Mord.

Die zum Schutz der Angeklagten unter starken Sicherheitsvorkehrungen geführte Verhandlung wird Anfang November fortgesetzt. Das Urteil ist nicht vor Ende Dezember zu erwarten.



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