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Samstag, 20.08.2011:
Zuhälter aus Wiefelstede soll mehrere Millionen Euro schwer sein
Landgericht 41-Jähriger lässt 159 Prostituierte für sich arbeiten – Steuern und Abgaben hinterzogen
Delmenhorst - Der 41 Jahre alte Zuhälter aus Wiefelstede, der in Oldenburg, Delmenhorst und Ganderkesee 159 Prostituierte für sich arbeiten ließ und Abgaben und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben soll, soll mit einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe davonkommen. Darauf haben sich am Freitag vor dem Oldenburger Landgericht die Prozessbeteiligten geeinigt. Wie hoch die Geldstrafe allerdings ausfallen wird, das steht noch lange nicht fest.
Das Gericht geht zwar von 720 Tagessätzen aus, wie hoch der einzelne Tagessatz aber sein soll, darüber wurde am Freitag lebhaft diskutiert. Um die Frage nach der Höhe der Geldstrafe (fünf- oder sechsstellig) beantworten zu können, müssen die Vermögensverhältnisse des Angeklagten geklärt werden. Er, der einst Millionen verdiente, will heute mittellos sein und von nichts mehr eine Ahnung haben.
„Welche Autos fuhren Sie damals“, wollte der Vorsitzende Richter Hugo Sponer von dem Angeklagten wissen. Doch der wollte sich nicht mehr erinnern können. Der Richter half dann nach. Laut Aktenlage sollen es nämlich mehrere Luxuskarossen gewesen sein. Die Frage, ob er schon einmal in der Schweiz gewesen sei, verneinte der Angeklagte. Der Richter konnte aber Flugnummer und Hotels in Zürich benennen, wo der Angeklagte gewesen war.
Der 41-Jährige steht im Verdacht, aus der Schweiz mehrere Millionen Euro Schwarzgeld geholt zu haben. Zumindest gab er in der Verhandlung am Freitag zu, doch in der Schweiz gewesen zu sein. „Dass aber zuerst erklärt worden ist, nie dort gewesen zu sein, hat Zweifel geweckt, was die finanzielle Lage des Angeklagten angeht“, fasste der Vorsitzende Richter die Diskussion über die Vermögensverhältnisse des Mannes zusammen. Der Prozess wird mit der Suche nach der richtigen Höhe für die Geldstrafe fortgesetzt.
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