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Samstag, 15.10.2011:
Zuhälter wurde verurteilt
Würzburg. Wegen Menschenhandel im Zuhältermilieu wurde ein bereits mehrmals vorbestrafter 29-Jähriger vom Landgericht Würzburg zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt.
Die Strafe sei nur deswegen nicht zweistellig ausgefallen, weil der Angeklagte durch sein Geständnis fünf Frauen eine erneute Vernehmung und die Begegnung mit ihm erspart hat, so der vorsitzende Richter Lothar Schmitt. Da der Angeklagte zwar in Würzburg geboren ist und lebt, jedoch die türkische Staatsangehörigkeit hat, droht ihm nach der Strafverbüßung die Abschiebung.
Fünf Frauen vermittelte der Angeklagte bundesweit und ständig wechselnd an Betriebe im Rotlicht-Milieu. Zur Masche des Angeklagten gehörte, dass er jungen Frauen erst die Chance gab, sich in ihn zu verlieben. Danach forderte er sie auf, durch Prostitution die finanzielle Basis für eine größere Wohnung und ein gemeinsames Leben zu schaffen.
Naiv und blauäugig
Das Gericht sei entsetzt darüber, so der Vorsitzende Richter, mit welcher Naivität und Blauäugigkeit bis hin zu grenzenloser Dummheit die Frauen sich ein bisschen was dazu verdienen oder Schulden schnell "abstottern" wollten. Die Frauen wurden ständig telefonisch überwacht und mussten alle Freier-Kontakte melden und die Verdienste an den Zuhälter abliefern. Beim Versuch, etwas zu verstecken, wurden sie mit Schlägen und der Drohung, die Familie über ihre Arbeit im Bordell zu informieren, bestraft.
Das Geständnis, das der Verurteilte durch seinen Verteidiger vortragen ließ, war ungewöhnlich kurz und ohne Tiefgang: "Mit dem Ausdruck des Bedauerns" räume er alles ein, was ihm vorgeworfen wird, sein Drogenkonsum habe dazu geführt, er entschuldige sich dafür.
Ein Kriminalbeamter berichtete, dass alle Zeuginnen nach wie vor große Angst vor dem Angeklagten haben und daher nicht in seiner Anwesenheit aussagen wollten.
Mit dem erwirtschafteten Geld habe der 29-Jährige ein "klassisches Zuhälterleben" geführt, so die Ermittler: Teure Klamotten, Sonnenbrillen, Spielsalonbesuche und Drogen "quer durch".
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